h&p unternehmensgruppe
IHRE SPENDE

Beteiligung von jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert in der Jugendhilfe erhalten. Nicht zuletzt durch die Reform des SGB VIII ist die Beteiligung im Bereich der erlaubnispflichtigen Einrichtungen nochmals gestärkt wurden. Gemäß § 45, Abs. 2, Satz 4 SGB VIII hat jede Einrichtung geeignete Verfahren der Beteiligung zu gewährleisten und diese konzeptionell zu verankern. Kinder und Jugendliche sind dabei entsprechend ihres Entwicklungsstandes mit einzubeziehen.

Beteiligung kann hierbei auf verschiedenen Stufen stattfinden und durchgeführt werden (siehe Abbildung). Die Lebenslagen junger Menschen unterscheiden sich grundlegend von denen Erwachsener und müssen deshalb dezidiert in den Blick genommen werden. Kinder und Jugendliche müssen begleitet werden, um ihre Interessen vertreten und am gesellschaftlichen Diskurs teilhaben zu können.

„Partizipation bezeichnet im weitesten Sinne Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten von Adressatinnen und Adressaten, sozialpädagogischen Fachkräften sowie Organisationen (Wohlfahrtsverbänden) an den Beratungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen in der sozialen Arbeit“. (Oeschler/Rosenbauer in: Thole/Höblich/Ahmed

Stufen der Beteiligung nach Hart/Gernert

 

 

 

 

 

Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es dabei, die Beteiligung von jungen Menschen zunehmend voranzutreiben und stets auf die nächsthöhere Stufe zu heben. Im Rahmen der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen heißt dies ebenfalls, diese an den Entscheidungen nicht nur teilhaben zu lassen, sondern Prozesse und Konzepte zu entwickelt, wie Kinder und Jugendliche aktiv in die Ausgestaltung der Hilfe einbezogen werden können.

Besonders vor dem Hintergrund unterschiedlicher Entwicklungsstände von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Integration und Inklusion gibt die Reform des SGB VIII neue Aufträge der Kinder- und Jugendhilfe mit. So soll gemäß § 8, Abs. 4 SGB VIII „die Beteiligung und Beratung von Kindern und Jugendliche […] in einer für sie wahrnehmbaren Form“ erfolgen.

Hierzu werden wir in den kommenden Jahren stetig Weiterentwicklung initiieren, um die h&p Sachsen gGmbH als eine sichere und verlässliche Stelle für Kinder, Jugendliche, Familien als auch für sozialpädagogische Fachkräfte zu festigen.

Ich freue mich auf diesen Weg.

 

Es grüßt Sie freundlich,

Roman Seidel

h&p Sachsen gGmbH

 

 

 

Bildnachweis: https://idaf-images.blogspot.com/2021/01/stufen-der-partizipation-beispiele.html


Neue Teamleitung für die Wohngruppen in Dresden der h&p Sachsen gGmbH

Die h&p Sachsen gGmbH hat seit 01. August 2022 eine neue Teamleiterin für die stationären Jugendhilfeangebote, Wohngruppe und betreute Jugendwohnen, in Dresden.

Mit Frau Bianca Lehmann wechselt eine erfahrene Leitungspersönlichkeit in die stationären Einrichtungen, welche schon in verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe in Wohngruppen, Kindertageseinrichtungen aber auch in der Unterbringung von minderjährigen Flüchtlingen gearbeitet hat.

Die h&p Sachsen gGmbH möchte Frau Lehmann herzlich willkommen heißen und freut sich auf eine erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Die fünf Prinzipien für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Über das kürzlich in Kraft getretene Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) erhält die Partizipation von Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Dementsprechend ist auch die Entscheidung in der haug&partner unternehmensgruppe für das Jahresthema 2022 „Partizipation mit Wirkung“ gefallen. Gemäß den rechtlichen Vorgaben haben die jungen Menschen ein Recht auf Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitgestaltung an den

Entscheidungen, die ihr eigenes Leben betreffen. Diese Beteiligung wird als das Recht auf Partizipation verstanden, also als das Recht auf Teilnahme an Entscheidungen. Ein wichtiges Erziehungsziel ist hierbei, dass die jungen Menschen lernen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern. Die jungen Menschen erfahren durch Partizipation, dass sie und ihre Interessen gehört werden, dass ihre Meinung zählt. Dadurch gewinnen sie Eigenständigkeit und Selbstvertrauen. Es bedeutet aber auch, dass die jungen Menschen lernen, dass ihre Wünsche nicht immer umzusetzen sind und die Bedürfnisse und Wünsche Anderer von ihnen zu berücksichtigen sind. Es gilt die jungen Menschen zu befähigen einen Entscheidungsprozess einzugehen, dem Anderen zuzuhören und Kompromisse zu finden und einzugehen.

 

Eine gelingende Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Betreuungsangeboten, dient den jungen Menschen für:

  • die Bildung einer eigenen Meinung
  • die Stärkung des Selbstbewusstseins
  • die Möglichkeiten der Konfliktbewältigung
  • die Verantwortungsübernahme für ihre Entscheidungen
  • das Tolerieren anderer Meinungen und Standpunkte
  • die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt
  • die faire Austragung von Meinungsverschiedenheiten
  • das angstfreie Vortragen von Beschwerden

 

Eine gelingende Partizipation von jungen Menschen bedeutet aber für die Pädagog*innen, dass sie sich zurücknehmen müssen und den jungen Menschen die Möglichkeiten für das Lernfeld „Partizipation“ ermöglichen und sie dazu anleiten müssen.

Wie ist es nun möglich, mit Blick auf die Kleinkinder und Kinder in dem Grundschulalter, diese zu einer gelingenden Partizipation in unseren Betreuungsstellen zu befähigen?

An dieser Stelle der Verweis auf die Ausführungen von Herrn Rüdiger Hansen aus seinem Artikel „Die Kinderstube der Demokratie“.

Die fünf Prinzipien für die Partizipation von Kindern:

  • Partizipation bedeutet, dass Kinder von Erwachsenen begleitet werden. Es genügt nicht, Kindern Entscheidungsspielräume einzuräumen und sie dann damit allein zu lassen. Die Entwicklung notwendiger Partizipationsfähigkeiten muss aktiv unterstützt werden. Oft fehlen Kindern der Zugang zu Informationen oder alternative Erfahrungen, die erst eine wirkliche Entscheidung ermöglichen. Darüber hinaus bedeutet Partizipation immer Aushandlungsprozesse, in die auch Erfahrungen und Interessen von Erwachsenen einfließen (können).
  • Partizipation erfordert einen gleichberechtigten Umgang, keine Dominanz der Erwachsenen. Auf der inhaltlichen Ebene muss die Expertenschaft der Kinder für ihre Lebensräume, ihre Empfindungen, ihre Weltsicht uneingeschränkt anerkannt werden. Die Erwachsenen sollten ihnen mit Neugier und Interesse begegnen. Für den Prozess und für dessen Transparenz tragen allerdings ausschließlich die Erwachsenen die Verantwortung. Sie müssen die Kinder dabei unterstützen, eine Gesprächs- und Streitkultur zu entwickeln. Und sie müssen gewährleisten, dass eine „dialogische Haltung“ – vor allem auch von den beteiligten Erwachsenen selbst – eingehalten wird.
  • Partizipation darf nicht folgenlos bleiben. Dies bedeutet eine hohe Verbindlichkeit der beteiligten Erwachsenen, die sich darüber Klarheit verschaffen müssen, welche Entscheidungsmöglichkeiten die Kinder tatsächlich haben (sollen), und die diese offen legen müssen. Selbstverständlich kann die Umsetzung einer gemeinsam getroffenen Entscheidung scheitern. Aber zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung sollte es eine realistische Chance zur Realisierung innerhalb eines für die Kinder überschaubaren Zeitraums geben. Klappt es dann nicht, sollten die Gründe dafür transparent werden.
  • Partizipation ist zielgruppenorientiert. Kinder sind nicht alle gleich. Die Erwachsenen sollten sich darüber klar sein, mit wem sie es jeweils zu tun haben. Kinder aus Elementar- oder Hortgruppen, Jungen oder Mädchen, Kinder unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Kinder mit und ohne Handicaps bringen unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse und unterschiedliche Fähigkeiten zur Beteiligung mit. Die Inhalte und die Methoden müssen darauf abgestimmt werden.
  • Partizipation ist lebensweltorientiert. Das betrifft in erster Linie die Inhalte, aber auch die Beteiligungsmethoden. Die Thematik muss die Kinder etwas angehen. Dies kann durch unmittelbare Betroffenheit der Fall sein: bei der Frage, ob der tote Vogel, den ein Kind gefunden hat, beerdigt oder seziert werden soll, genauso wie bei der Planung des Außengeländes. Es kann aber auch um Themen gehen, die für Kinder zwar Bedeutung haben (werden), sie aber nur mittelbar betreffen, wie das bei vielen ökologischen Themen der Fall ist. Derart abstrakte Themen müssen dann methodisch an die Erfahrungen der Kinder angeknüpft werden.

Die jungen Menschen sind die Experten für ihr eigenes Leben. Es gilt sie zu unterstützen und zu einer Partizipation zu ermutigen und an den Entscheidungen ihres Lebens zu beteiligen und -vor allem- im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitentscheiden zu lassen. Durch eine gelingende Partizipation erfahren unsere jungen Menschen, dass es sich lohnt sich einzumischen, da sie dadurch Veränderungen etwas bewirken können. Damit wird das Ziel der Selbstwirksamkeit bei den jungen Menschen gefördert.

 

Jens Scharmann

Geschäftsführer

h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH


Erziehungsstellen / Familienwohngruppen der h&p Sachsen gGmbH

Neben der stationären Wohngruppe und den beiden Angeboten des Betreuten Wohnens in Dresden ist der Angebotsschwerpunkt der h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH das Betreuungssegment der Erziehungsstellen und Familienwohngruppen. Die h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH betreibt diese stationäre Betreuungsform der Kinder- und Jugendhilfe aktuell in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg.

Die Erziehungsstellen und Familienwohngruppen der h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH sind eine Form der erzieherischen Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe gemäß § 27 SGB VIII. In einer Erziehungsstelle/Familienwohngruppe betreut mindestens eine pädagogische Fachkraft Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entsprechend §§ 34, 35a und 41 SBG VIII über Tag und Nacht in ihrem eigenen Haushalt und folglich in einem familienanalogen Setting. Es können von einem bis zu vier jungen Menschen in einer Familie oder Lebensgemeinschaft aufgenommen und betreut werden. Es handelt sich um eine alternative Betreuungsformen zur Heimerziehung, die für junge Menschen geeignet sind, die einerseits einen besonderen Förderungsbedarf haben und andererseits einen familiären Rahmen benötigen. Die zu betreuenden junge Menschen leben gemeinsam mit den Erziehungsstellenleiter*innen oder Familienwohngruppenleiter*innen und deren Familien/Lebensgemeinschaften in dem Haushalt der Pädagog*innen, dadurch ist ein enger familiärer Bezugsrahmen gegeben.

Durch den familiären Rahmen erhalten die Kinder eine enge Begleitung und ein sicheres Bindungsangebot. Die pädagogische Betreuung orientiert sich an den individuellen Bedarfen der Kinder und Jugendlichen. Diese bedarfsgerechte Betreuung bietet den jungen Menschen Entwicklungs-, Lern- und Teilhabemöglichkeiten und die Möglichkeit Defizite in den unterschiedlichsten Bereichen aufzuarbeiten. Die Pädagog*innen der Erziehungsstellen und Familienwohngruppen werden durch den Fachdienst der h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH in ihrer täglichen Arbeit eng begleitet und unterstützt. Die Betreuungsmaßnahmen für die jungen Menschen über eine Erziehungsstelle/Familienwohngruppe sind auf Dauer ausgelegt und können über mehrere Jahre verlaufen. Rückführungen in den elterlichen Haushalt oder zu einem Elternteil werden, dort wo es möglich ist, erarbeitet und umgesetzt.

h&p Sachsen Kinder-, Jugend-, Familienhilfe gGmbH